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Murchison Falls Nationalpark

Der im Nordwesten Ugandas gelegene Murchison Falls Nationalpark ist einer der ältesten Nationalparks in Uganda. Er erhielt seinen Namen von den Murchison Falls, einem Wasserfall von etwa 40 Metern Höhe, bei dem der Victoria-Nil durch einen 8 Meter schmalen Spalt gedrückt wird.

Der Park wurde im Jahr 1926 als Jagdreservat gegründet und erhielt im Jahr 1952 offiziell Nationalparkstatus. Er ist 3.840 km2 groß und damit der größte Nationalpark in Uganda. Der Murchison Falls Nationalpark wird vom Victoria-Nil durchschnitten. Im Westen des Parks fließt die Victoria-Nil in den Albertsee, um anschließend seinen Weg zum Mittelmeer als Albert-Nil weiter fortzusetzen. Der Murchison Falls Nationalpark befindet sich am nördlichen Ende des Albertine Rift Valley und bildet den Kern der Murchison Falls Conservation Area, wozu auch die Bugungu und Karuma Wildlife Reserves und das Budongo Forest Reserve gehören.

Die Park wurde durch die ersten europäischen Besucher Samuel und Florence Baker (1864) nach Sir Roderick Murchison benannt, dem damaligen Präsidenten der Royal Geographical Society.
Während der Amtszeit von Idi Amin wurde der Name geändert, um die Erinnerungen an die britische Kolonialmacht zu verwischen. Der neue Name lautete Kabarega Falls - benannt nach einem der alten Könige von Bunyoro. Heutzutage findet man den Namen Kabarega Falls manchmal noch auf alten Karten, im Allgemeinen wird jedoch der Name Murchison Falls verwendet

Dunkle Jahre

Um 1960 war das Überleben des Parks durch die sehr hohe Anzahl von Tieren ernsthaft bedroht. Vor allem die mehr als 14.000 Savannenelefanten, teilweise in Herden aus 500 Tieren, richteten enorme Verwüstungen an der Vegetation des Parks an. Laut den Behörden gab es eigentlich nur ausreichend Platz für 3.500 Elefanten. Auch die große Zahl der afrikanischen Büffel (25.600), der Uganda-Kobs (30.000), der Jackson-Antilopen (16.000), der Warzenschweine (11.000) und der Nilpferde (ca. 14.000) taten der Vegetation des Parks nicht gut.
Unter Amin wurde ausgiebig gewildert und es verschwanden manche Tierarten ganz, wie weiße und schwarze Nashörner und afrikanische Wildhunde. Zudem nahm die hohe Anzahl der Huftiere ab. Auch nach der Regierungszeit von Amin wurde der Murchison Falls Nationalpark als natürliche Vorratskammer genutzt, einerseits durch die Guerillas und andererseits durch das Militär.
Erst im Jahr 1990 begann der Wiederaufbau des Parks. Von den einstmals 30.000 Uganda-Kobs lebten um 1990 nur noch ca. 6.000 Tiere. Ironischerweise hatte die Vegetation in der Zeit der Massentötung großer Säugetiere, aber auch in der Zeit danach genügend Zeit, sich zu erholen. Die Zahl der großen Säugetiere erholt sich langsam, hat aber nicht nicht das Niveau der Zeit vor der Wilderei erreicht. Heute gehört der Murchison Falls wieder zu den schönsten Nationalpark in Uganda.

Neue Bedrohung

Eine neue Bedrohung für den Park und seine Umgebung ist die Entdeckung eines riesigen Ölvorkommens unter dem Albertsee an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo.
Während das Öl Wohlstand für die Menschen in Uganda bedeuten kann, würden sich die Landschaft und die Umgebung um den Albertsee wahrscheinlich für immer verändern. Wenn wir alle Entwicklungen im Nigerdelta in Nigeria betrachten, können wir nur pessimistisch in die Zukunft blicken, egal wie beruhigend die Worte von Tullow Oil sein mögen, dass sie vorsichtig zu Werke gehen würden.

Landschaft

Die Victoria-Nil unterteilt den Park in zwei fast gleiche Teile. Der nördliche Teil besteht aus Savanne, die mit Palmen und Akazien sowie Auwäldern bewachsen ist. Der südliche Teil wird teilweise von dicht bewaldetem Gelände und vom Dschungel dominiert. Im Nildelta befinden sich in dem Abschnitt, in dem der Victoria-Nil in den Albertsee fließt, große Sümpfe mit Schilf und Papyrus. Im Vergleich zu anderen Parks in Uganda ist der Murchison Falls niedriger gelegen, auf einer Höhe von 619 und 1.292 Metern.

Vielfältige Tierwelt

Der Murchison Falls Nationalpark ist für seine vielfältige Tierwelt bekannt. Der Park beherbergt ganze 76 Arten von Säugetieren, einschließlich Tüpfelhyäne, gestreifte Schakale, afrikanische Büffel, Savannenelefanten, Nilpferden, Löwen, Leoparden, Geparden, Defassa-Wasserböcke, Oribi, Rothschildgiraffen, Jacksons Antilopen, Buschböcke und Warzenschweine. Die Uganda-Kob, eine Antilopenart, kommt in hoher Anzahl in diesem Park vor und ist auf dem Wappen von Uganda abgebildet. Natürlich finden Sie auch kleinere Säugetierarten im Park, wie Erdhörnchen, verschiedene Mäuse und Ratten sowie Mangusten.

Auch die Primaten sind reichlich im Murchison Falls Nationalpark vertreten. In der Savanne und in bewaldeten Gebieten kann man Gruppen von Anubispavianen und Grünmeerkatzen begegnen. In den Waldgebieten leben Stummelaffen, Rotschwanzmeerkatzen und Diedemmeerkatzen. Einige dieser Primaten kann man an den Ufern des Victoria-Nils finden. Im Dschungel im südlichen Teil leben Schimpansen. Der Murchison Falls Nationalpark ist einer der wenigen Nationalparks in Uganda, in dem Husarenaffen sehen können. Diese Affenart, die nur in der Savanne lebt, ist die schnellste Affenart in Afrika und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 55 km pro Stunde!

Das nördliche Breitmaulnashorn, eine Tragödie

In der freien Natur in Uganda werden Sie nicht mehr auf Nashörner treffen. Durch den Bürgerkrieg und Wilderei ist das nördliche Breitmaulnashorn seit 1979 aus Uganda verschwunden. Weltweit leben nur noch sechs Vertreter dieser Unterart des Breitmaulnashorns in zwei Zoos in den Vereinigten Staaten und in der Tschechischen Republik.
Im Jahr 1997 wurde eine Initiative gestartet, um das Breitmaulnashorn in Uganda wieder anzusiedeln. Im Ziwa Rhino Sanctuary wurde ein Zuchtprogramm mit südlichen Breitmaulnashorn, der anderen Unterart des Breitmaulnashorns, eingerichtet. In den Jahren 2005/2006 wurden die ersten sechs Nashörner in einem 7.000 Hektar großen Privatgelände mit Wäldern und Savanne ausgesetzt. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Texts (Juli 2015) leben 15 Nashörner im Ziwa Rhino Sanctuary. ZIWA liegt auf dem Weg von Kampala zum Murchison Falls Nationalpark und ein Besuch ist Bestandteil mehrerer Habari-Reisen.

Vögel, Vögel, Vögel

Aufgrund der vielfältigen Landschaft des Murchison Falls Nationalparks gibt es ganze 451 verschiedene Vogelarten zu beobachten. Der Victoria-Nil mit seinen riesigen Mengen an Fischen und Krustentieren zieht Reiher, Störche und andere Wasservögel an. Neben dem größten Reiher der Welt, dem Goliath-Reiher, finden Sie auch den großen Silberreiher, den Mittelreiher und den kleinen Silberreiher, die Zwergdommel, den Purpurreiher und den Graureiher. Hammerkopf, afrikanische Vielfraße, Mohrenklaffschnäbel, Sattelstörche und, während der Migration, große Gruppen von Abdimstörchen sind keine Seltenheit.
Ein Sonderfall ist der Schuhschnabel, ein Vogel der hoch oben auf der Liste von Ornithologen steht. Das Nildelta ist einer der Orte, an denen eine hohe Chance besteht, diesen prähistorisch aussehenden Vogel zu beobachten, der möglicherweise eine Art ,fehlende Verbindung‘ zwischen Pelikanen und Störchen darstellt. An den Ufern des Victoria-Nils können Sie verschiedenen Arten von Eisvögel und Bienenfresser begegnen: bunte Eisvögel, Malachiteisvögel, Rieseneisvögel, Rothals-Bienenfresser, Karminspinte und Blaukehlchenspinte.

Auch in der Savanne sind natürlich einige Vögel zu entdecken: Sudanhornraben, graue Kronenkaraniche, Schwarzbauchtrappen, Spitzschwanzelster und Gelbschnabelfrankolin. Zudem finden Sie dort zahlreiche Singvögel in allen Farben und Formen; diese sind nicht immer leicht zu unterscheiden. Zu den Singvögeln, die Sie unter anderem beobachten können, zählen Rotnackenlerchen, Witwenstelzen, Hadesschmätzer, verschiedene Arten von Grassängern, Tropfenröteln, Gelbschnabel-Madenhacker, Grünschwanz-Glanzstare, Schweifglanzstare und Graukopfsperlinge. Es gibt auch viele Weberarten zu bewundern, wie zum Beispiel den großen Dorfweber und den schwarzköpfigen Weber. Diese sind jedoch nicht immer zu finden, weil Webervögel auch eine Zugzeit haben.

Raubvögel sind natürlich auch vertreten, vom mächtigen Kampfadler bis hin zum Ostafrikanischen Zwergsperber, dem kleinen grauen Schlangenadler, dem dunklen Singhabicht, dem Gaukler, dem langbeinigen Sekretärvogel und dem überall vorkommenden Schmarotzermilan. Beeindruckend sind die Jagdtechniken und die Treffsicherheit des häufig vorkommenden afrikanischen Fischadlers.

Viele Menschen empfinden Geier als schmutzige Vögel, aber Geier spielen eine wichtige Rolle in der afrikanischen Savanne. Sie räumen Tierkadaver weg, die auf natürliche Weise gestorben sind oder von einem Raubtier getötet wurden. Im Murchison Falls Nationalpark lebt neben dem Weißrückengeier auch der Ohrengeier, eine sehr große Geierarten mit einem riesigen Schnabel.

Wenn Sie den Park im März oder April besuchen, haben Sie eine hohe Chance, „unsere“ Zugvögel aus Europa beim Überwintern in der Savanne Ostafrikas anzutreffen. Neben einer großen Anzahl von europäischen Bienenfressern, Schwalben und Störchen, können  Sie auch Dutzende von kleinen Turmfalken beobachten, einer Art, die weltweit unter Druck steht. Auch die blaue, braune und graue Weihe sowie die Stippenweihe, die in Eurasien brüten, können Sie hier beobachten.
Braunkehlchen, Steinschmätzer und andere kleine Singvögel machen sich zu dieser Zeit wieder auf die gefährliche Reise nach Europa. Sie müssen nicht nur die Sahara überqueren, sondern auch die Schrecken der Vogelfänger rund um das Mittelmeer überstehen. Jedes Jahr werden hunderttausende Vögel durch Netze, Klebefallen und Gewehre getötet...

Von den Reptilien sind vor allem das Nilkrokodil und der Nilwaran bekannte Vertreter, aber auch die Siedleragame mit ihrem charakteristischen blauen und roten Aussehen.
Im Hinblick auf das Nilkrokodil können Sie riesigen Exemplaren begegnen; Krokodile mit einer Länge von vier bis fünf Metern sind keine Ausnahme. Aber der Victoria-Nil so reich an Nahrung, dass sie nur darauf warten können, bis Nahrung an Ihnen vorbeikommt. Dies kann ein Nilbarsch sein, aber auch eine unvorsichtige Antilope, die sich zum Trinken ans Ufer wagt. Auch ein vorüber treibendes totes Nilpferd lassen sie sich nicht entgehen.

Highlights

Für Habari-Reisende gibt es drei interessante ‚Highlights‘ (abhängig von der gebuchten Reise):

  1. Bootsfahrt zu den Murchison Falls
  2. Pirschfahrten in der Savanne
  3. Bootsfahrt im Nildelta

1. Bootsfahrt zu den Murchison Falls

Bei dieser etwa dreistündigen Bootsfahrt fahren Sie von der Anlegestelle in Paraa zu den Murchison Falls und wieder zurück. Optional ist es möglich, statt der Rückfahrt eine Wanderung entlang der Wasserfälle nach oben zu unternehmen. Ihr Fahrer wartet dort wieder mit dem Fahrzeug auf Sie. Während der Bootsfahrt können Sie die enorme Fülle von Tieren entdecken, die auf oder entlang des Victoria-Nils leben, wie z. B. Savannenelefanten, Nilpferde, Defassa-Wasserböcke, Buschböcke und Nilkrokodile. Und natürlich auch wieder viele Vögel. Allerlei Arten von Bienenfressern, Eisvögeln und Watvögeln, wie Wassertriele, Senegal-Triele, Spurenkiebitze und Langzehenkiebitze. In den Sümpfen können Sie Senegalkiebitze und Reiher beobachten, wie den Kuhreiher und den Rallenreiher. Tauchende Weissbrustkormorane und Riedscharben, die ihre Flügel in einem Baum trocknen, sind keine Seltenheit. Beobachten Sie den afrikanischen Schlangenvogel mit seinem charakteristischen langen Hals und lauschen Sie den Schreien der Hadada-Ibisse. Behalten Sie die Felsen entlang der Wasserfälle im Auge. Dort sind häufig Halsband-Brachschwalben zu sehen.

Tipp
Wählen Sie im Boot einen Platz vorne links auf dem Oberdeck. Von dort aus haben Sie die beste Sicht. Achten Sie darauf, dass Ihr Kopf durch eine Kappe oder einen Hut geschützt ist und dass Sie Sonnencreme benutzen. Durch den Wind merkt man nicht unbedingt, wie stark die Sonne scheint. Nehmen Sie ausreichend Trinkwasser mit.

Wenn Sie die Wanderung entlang der Wasserfälle nach oben unternehmen möchten, dann gehen Sie am Start nicht zu nah am Wasser entlang. Nilkrokodile können mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h aus dem Wasser schnellen! Das Warnschild am Anlegesteg hängt nicht zufällig dort.

Die Wanderung ist für jeden gut machbar und dauert eine knappe Stunde. Neben den Murchison Falls gibt es noch einen zweiten Wasserwall, die Uhuru Falls („Uhuru“ bedeutet „Freiheit“), die vom Weg aus gut zu sehen sind. .
Oben angekommen, haben Sie eine wunderbare Aussicht über die Schlucht, durch die das Wasser gepresst wird. Bei klaren Wetter sehen Sie in der Tiefe den wieder zur Ruhe gekommenen Fluss auf seinem Weg zum Lake Albert. Halten Sie die Büsche und Bäume im Blick, denn überall können Sie Vögeln begegnen, sowie manchmal Primaten, wie dem Stummelaffen und dem Anubispavian.

Der Betonblock, den Sie am oberen Rand des Wasserfalls sehen, ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als es eine Fußgängerbrücke über den Victoria-Nil gab. Während der schweren Regenfälle von 1962 wurde die Brücke durch das reißende Wasser weggespült und nicht wieder ersetzt. Interessant könnte noch sein, dass Winston Churchill im Jahr 1907 an derselben Stelle stand wie Sie jetzt.

2. Pirschfahrten in der Savanne

Auf Pirsch zu gehen bedeutet frühes Aufstehen, um im ersten Tageslicht nach Wildtieren zu suchen. Dies ist auch die Zeit, in der das Licht am schönsten ist, die so genannte goldene Stunde. Mit einem Ranger als Führer folgen Sie in der Regel der Buligi-Safari-Route im nördlichen Teil des Parks. Diese Route hat eine Gesamtlänge von 120 bis 170 km. Sie machen sich auf die Suche nach Savannaelefanten, Uganda-Kobs, Jackson-Antilopen, afrikanische Büffel, Oribis, Defassa-Wasserböcke, Löwen, Warzenschweinen, Nilpferden und Anubispavianen. Mit etwas Glück sehen Sie auch Husarenaffen. Achten Sie gut auf Termitenhügel, weil diese oft als Aussichtspunkt für Jäger dienen können. Zwei der größten Feinde der Husarenaffen sind der Kampfadler und der Kronenadler, die nicht davor zurückscheuen, einen Husarenaffen mit ihren Krallen zu greifen. Auch Löwen und Leoparden stellen eine potenzielle Gefahr für den Husarenaffen dar, dessen männliche Vertreter einen schönen weißen Schnurrbart haben.

Bei den Katzen müssen Sie Glück und ein gutes Auge haben, ebenso in Bezug auf Schakale und Hyänen. Ein Reisender sieht sie, ein anderer aber nicht, obwohl sie manchmal nur im Abstand von 30 Minuten am gleichen Ort vorbeikommen. Ranger wissen meist, wo Löwen ungefähr zu finden sind, aber bei Leoparden und den noch selteneren Geparden muss ein Tier schon zufällig Ihren Weg kreuzen. Das gleiche gilt für die Tüpfelhyäne und den Streifenschakal: Es gibt sie, aber nicht in großer Zahl. Die Ranger tun ihr Möglichstes, um Sie in die Nähe von Wildtieren zu bringen, aber halten Sie Ihre Augen offen. Achten Sie besonders auf kleine Unterschiede in der Landschaft. Und wenn Sie glauben, etwas gesehen zu haben, dann bitten Sie den Fahrer, kurz anzuhalten, damit alle zusammen nachschauen können, ob tatsächlich ein Tier zu sehen ist.

Neben Säugetieren gibt es natürlich auch wieder überall Vögel. Vom kleinen Schwarzhals-Zistensänger bis hin zum großen Sudanhornraben. Halten Sie Ausschau nach einem jagenden Sekretärvogel. Diese Vögel haben lange Beine und scharfe Krallen. Ihre Hauptnahrung besteht aus Schlangen, die totgetreten werden. Gegen die langen Beine des Vogels kann die Schlange mit Ihren Giftzähnen wenig ausrichten. Der Sekretärvogel wurde wegen der herausragenden schwarzen Pinselfedern an der Rückseite seines Kopfs so benannt.

Wenn Sie zusätzliche Zeit für eine Safari haben, bitten Sie den Fahrer und den Ranger, die Deltaregion zu besuchen. Das ist eine Strecke, die nur sehr wenig befahren wird. Die meisten Reisenden bleiben auf den bekannten Routen, die je nach Jahreszeit manchmal recht voll sein kann.

3. Bootsfahrt im Nildelta

Ein weitere Bootsfahrt führt Habari-Reisende in das Gebiet, in der der Victoria-Nil in den Albertsee fließt und das als Nildelta oder einfach als Delta bezeichnet wird. Egal zu welcher Jahreszeit Sie die Bootsfahrt unternehmen, sie ist immer eine tolle Erfahrung. Wegen der vielen Wildtiere, die sich entlang des Ufers aufhalten, fühlen Sie sich ab und zu wie ein großer Entdecker. Einer der Höhepunkte ist Erscheinen einer großen Herde von Savannenelefanten am Ufer. Diese Herden umfassen oft neben ausgewachsenen Tieren auch Kälber unterschiedlichen Alters. Vom Wasser aus kann man die Tiere gut beobachten und zusehen wie junge Kälber noch ein wenig unbeholfen mit ihrem Rüssel Wasser aufnehmen.

Am auffälligsten ist die große Anzahl Nilpferde. In der Nähe der Anlegestelle sehen Sie sie laufen oder im Wasser liegen. Manchmal stechen nur die kleinen Ohren und die Augen aus dem Wasser heraus. Nilpferde leben in Herden, in denen ein dominantes Männchen für eine große Anzahl von Weibchen verantwortlich ist. Junge Männchen, aber auch einsame ältere Männchen werden nicht geduldet und werden, sobald sie in das Territorium eindringen, sofort angegriffen und vertrieben. Wenn man sich die Männchen anschaut, sieht man zahlreiche ältere und frische Wunden, die bei den Kämpfen entstehen. Die Zähne der Nilpferde sind groß und sehr scharf und können enorme Wunden bei ihren Gegnern verursachen. Das Territorium wird vom dominanten Männchen mit Dung gekennzeichnet, den es mithilfe seines drehenden Schwanzes verteilt.
Nicht die Raubtiere, sondern Nilpferde sind in Afrika die Todesursache Nr. 1 bei Menschen. Ein Nilpferd sieht aus, als wäre es von Natur aus schlecht gelaunt. Sobald Sie in die Nähe einer Herde kommen, stellt das dominante Männchen sich sofort zwischen seine Herde und das Boot und öffnet sein riesiges Maul, sodass seine gefährlichen Zähne gut sichtbar sind. Dies ist natürlich genau der richtige Moment für Fotos. Aber Vorsicht: Wenn das Aufreißen des Mauls nicht ausreicht, dann zögert das Männchen nicht und greift an!
Der Fahrer des Bootes kennt die Nilpferde nur allzu gut und wird sein Boot außerhalb der Reichweite der Nilpferde halten, indem er das Boot in tiefere Gewässer fährt.

Die Bootsfahrt beginnt meistens am frühen Morgen, und in den ersten Stunden haben Sie ein schönes, weiches Licht. Nach ca. 10.00 Uhr wird das Licht kräftiger und die Magie der goldenen Stunde ist vergangen. Die Temperatur steigt schnell und es wird ziemlich heiß, obwohl Sie sich auf dem Wasser befinden. Auch hier ist es ratsam, den Kopf und die Arme zu bedecken, sich mit Sonnencreme einzucremen und viel zu trinken. Die Fahrt dauert fast den ganzen Morgen und Sie haben genügend Zeit, die Aussicht zu genießen, zu fotografieren oder zu filmen. Halten Sie vor allem auch die Baumwipfel am Ufer im Auge. Häufig sehen Sie dort Stummelaffen und Anubispaviane auf Nahrungssuche. Andere Säugetiere, die Ihnen sicherlich begegnen werden, sind Defassa-Wasserböcke, Uganda-Kob, Warzenschweine, afrikanische Büffel und möglicherweise der im Verborgenen lebende Buschbock. Mit etwas Glück sehen Sie auch trinkende Löwen oder Leoparden.

Wie zuvor beschrieben, ist das Delta ein guter Ort, um den Schuhschnabel zu beobachten. Aber auch für andere (Wasser-)Vögel ist dies ein wahres Paradies. In den und um die Papyrussümpfe herum finden Sie kleine Vögel, wie den kleinen Pelikan, den Heiligen Ibis, den Hadada-Ibis, den Mohrenklaffschnabel, den Marabu, das Blaustirn-Blatthühnchen, die Graukopfmöwe, die Lachseeschwalbe, die Weißflügel-Seeschwalbe, den Sumpfschnäpper, den Graufischer, den Malachieteisvogel, den Rieseneisvogel sowie beinahe alle Reiherarten, die in Uganda zu finden sind, einschließlich des selteneren Mangrovenreiher. Der Papyruswürger kommt hier ebenfalls vor und steht weit oben auf der Liste von Vogelbeobachtern.
Von den Entenarten sehen Sie unter anderem die Nilgans, die Sporngans und die Witwenpfeifgans, aber auch die afrikanische Höckerglanzente kann zu finden sein. Viele afrikanische Seeadler und noch mehr Afrika-Schlangenhalsvögel, Weissbrustkormorane sowie Riedscharben.

Ein etwas seltsam aussehender Vogel ist der afrikanische Scherenschnabel, ein Star mit einem verlängerten unteren Schnabel, mit dem er über die Wasseroberfläche streicht, wobei der Unterschnabel sich teilweise unter Wasser befindet - deshalb sein englischer Name: African Skimmer. Sobald der empfindliche Unterkiefer etwas Essbares fühlt, klappt der Schnabel sofort zu und der beispielsweise gefangene Fisch wird geschluckt. Oft sehen Sie eine Gruppe von afrikanischen Scherenschnäbeln sich auf einer Sandbank im Victoria-Nil ausruhen.

Auch hier sind die Nilkrokodile groß. Wie bereits geschrieben, gibt es für die Krokodile mehr als genug Nahrung. Sobald ein Nilkrokodil das herannahende Boot sieht, verschwindet es normalerweise sofort im Wasser. Seien Sie wachsam und halten Sie Ihr Fernglas oder Ihre Kamera bereit. Trotz ihrer Größe und Stärke sind sie sehr scheu. In den alten Tagen gab es riesige Krokodile von bis zu sechs Metern und mehr. Diese waren wahre Überlebenskünstler und lebten in der Regel versteckt in kleinen Teichen oder Flussarmen. Dass ein solcher Gigant in der Nähe lebte, merkte man in der Regel erst dann, wenn plötzlich Vieh - oder Menschen - zu verschwanden. Nilkrokodile mit einer Länge von über sechs Metern sind derzeit sehr selten, aber sie werden feststellen, dass auch ein Nilkrokodil mit einer Länge von vier bis fünf Metern sehr groß ist.

Eine Bootsfahrt zum Nildelta ist eine wunderbare Erfahrung: Die Ruhe auf dem Wasser, die Tiere, die sich entlang der Küste zeigen, die vielen Vogelarten, die auf oder am Victoria-Nil leben... Der Murchison Falls Nationalpark ist ein absolutes Muss für Habari-Reisende.

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